Der Süden wird weiter ignoriert!

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27. Juli 2014 von suedburgenlandprobahn

Erste Teile der Verkehrsstrategie der burgenländischen Landesregierung wurden am vergangenen Mittwoch präsentiert. Das Ergebnis enttäuscht, aber es überrascht nicht: Das Burgenland besteht aus drei Regionen, von denen nur eine wichtig ist.

Mit großem finanziellem und medialem Aufwand wurde im vergangenen Jahr „die größte Bürgerbeteiligung des Landes“ umgesetzt, mit dem Ziel, die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung in die neue Verkehrsstrategie einfließen zu lassen. „Im Südburgenland war die Beteiligung besonders groß. Eindeutige Botschaft der Haushaltsbefragung und der Bürgerbeteiligungsveranstaltungen im Bezirk: Wiederaufnahme und Attraktivierung der Bahn (Oberwart-Wien, Szentgotthárd-Jennersdorf-Graz, Ausbau nach Szombathely) und Ausbau des öffentlichen Verkehrs.“ Auf diese Wünsche reagiert das Land mit einer reinen Themenverfehlung: Die Qualität der Busverbindung aus dem Südburgenland nach Wien (G1) soll gesichert und ausgebaut werden. „So kann man mit Bürgern nicht umgehen“, hält Johanna Glaser von „Südburgenland Pro Bahn“ fest.

Wünsche der Bevölkerung

Wünsche der Bevölkerung

Gleiche Chancen für den Süden, Infrastrukturausgaben fair verteilen!

Ein Großteil der Investitionen im Verkehrsbereich floss in den vergangenen Jahrzehnten ins Nordburgenland. Der Süden hat – trotz Ziel 1-Förderungen – sogar noch Angebote verloren. Dafür gibt es keine logischen Gründe, nur politische. Diese Politik wird mit der aktuellen Verkehrsstrategie fortgeschrieben, statt korrigiert.

Während mit der Schleife Eisenstadt, der Schleife Ebenfurth, dem Ausbau der Bahnhöfe Neusiedl, Bruck & Mattersburg, dem Ausbau der Mattersburger Bahn usw. wichtige Infrastrukturprojekte fixiert wurden oder bereits umgesetzt werden, schaut der Süden wieder durch die Finger.

Maßnahmen der Landesregierung zur Pendleroffensive

Maßnahmen der Landesregierung zur Pendleroffensive

Allein mit der Summe von 17 Millionen Euro, wie sie aktuell in den Ausbau des Bahnhofs Neusiedl investiert wird, könnte man das Südburgenland wieder an das Bahnnetz anbinden. Damit könnte das Land die gesamte Strecke Großpetersdorf-Oberwart-Friedberg auf Vordermann bringen und die Museumsbahn Oberschützen-Bad Tatzmannsdorf–Oberwart kaufen. Unter 100 min. Fahrzeit Großpetersdorf-Wien wären so möglich. Warum werden solche wichtigen Investitionen im Mittel- und Südburgenland komplett unterlassen?

„Bieler und Nießl haben 50 Mio. Schilling zwischen Großpetersdorf und Oberwart sinnlos versenkt. Diese Strecke muss endlich für den Zugverkehr geöffnet werden. Dass diese Empfehlung in Eisenstadt seit Jahren ignoriert wird, sagt einiges über das Niveau der Verkehrskoordination im Burgenland aus“, sieht Dietrich Wertz das Versagen bei der Landesregierung.

Konkrete Verbesserungen sind dringend notwendig

Die Linie G1 noch stärker zu bewerben, wie vom Landeshauptmann vorgeschlagen, kann wohl nicht einmal als Trostpflaster für den Süden gewertet werden. Die Ankündigung etwas Bestehendes bestehen zu lassen, ist ein besonderes Schmankerl der Verkehrsstrategie, aber sicher keine innovative Strategie. Abgesehen davon, dass der Monopolist Dr. Richard sich seine Werbemaßnahmen selbst finanzieren kann. „Diese Mittel sollten deshalb besser dafür eingesetzt werden, die Vorteilscard Classic in den Bussen der Linie G1 anzuerkennen. Das wäre zwar keine langfristige Alternative zu einer attraktivierten Bahn, jedoch eine akute Linderungsmaßnahme. Denn während die Pendler im Nordburgenland in den Bahnen mit der ÖBB Vorteilscard Classic zum halben Preis fahren können, zahlt die Bevölkerung im Süden in den Bussen voll“, hält Christoph Wachholder fest.

Nach Versagen der Landesregierung bleibt nur die Hoffnung auf die Wahl

Frei nach Abraham Lincoln kann man im Burgenland sagen: „Man kann alle Leute eine Zeitlang zum Narren halten, und man kann auch einige Leute die ganze Zeit zum Narren halten, aber man kann nicht alle Leute die ganze Zeit zum Narren halten.”

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