Trostpflaster statt Gesamtpaket

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19. Dezember 2014 von suedburgenlandprobahn

Es ist erfreulich, dass LH Niessl einen ersten, zaghaften Schritt in Richtung Ticketpreisgerechtigkeit setzt. Damit erkennt er die Berechtigung einer langjährigen Forderung der Initiative „Südburgenland Pro Bahn“ an. Zur Gleichstellung mit dem Norden ist es aber noch ein sehr weiter Weg.

50% Rabatt im Norden, 30% im Süden

Während nämlich Pendler im Nordburgenland mit der ÖBB Vorteilscard Classic Einzeltickets um 50% vergünstigt erwerben können, gibt es in den Bussen im Bezirk Oberwart weiterhin keine derartige Ermäßigung.

Mit der Neuregelung zum Mehrfahrtenticket ist aber immerhin ein erster wichtiger Schritt gesetzt worden: 10 Fahrten mit der Linie G1 sollen ab Februar zum Preis von 7 in Anspruch genommen werden können – damit ergibt sich im Idealfall – wenn alle Tickets innerhalb von drei Monaten verbraucht werden – eine Vergünstigung von 30%.

„Das Mehrfahrtenticket ist ein vernünftiger Schritt, aber von Gleichstellung zwischen Nord und Süd sind wir im Burgenland noch weit entfernt. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass Pendler im ganzen Land gleiche Bedingungen vorfinden. Unverzichtbar wäre dazu die volle Anerkennung der Vorteilscard Classic. Langfristig brauchen wir ein österreichweites Öffi-Ticket, für das LH Niessl sein Gewicht in der SPÖ im Bund längst in die Waagschale werfen hätte sollen. Wenn es gelingt, hier eine intelligente Konstruktion zu finden, würden davon Bahn UND Bus profitieren. Und am meisten die Steuerzahler und die Umwelt“, so Johanna Glaser

Bild: ORF Burgenland, abrufbar unter: http://burgenland.orf.at/news/stories/2685046/

Bild: ORF Burgenland, abrufbar unter: http://burgenland.orf.at/news/stories/2685046/

Ablenkungsmaßnahme

„Keinesfalls darf die aktuelle Maßnahme davon ablenken, was sich die Bevölkerung im Süden bei der ‚größten Bürgerbeteiligung der Landesgeschichte‘ nachweislich gewünscht hat: Die Herstellung attraktiver Bahnverbindungen. Die vom Land beauftragten Moderatoren haben ein Auswertungsdokument erstellt, das in dieser Hinsicht eine eindeutige Sprache spricht. Diese Tatsache wird vom Landeshauptmann leider noch immer ins Gegenteil uminterpretiert“, merkt Christoph Wachholder kritisch an.

Die Forderungen von „Südburgenland Pro Bahn“:

  • Unsere Pendler brauchen eine staufreie und schnelle Verbindung nach Wien.
  • Der Industriestandort Südburgenland benötigt eine langfristig abgesicherte Bahnanbindung.
  • Für den Tourismus ist Anschluss an das nationale und internationale Eisenbahnnetz essentiell.

LH Niessl ist somit aufgefordert, die vorhandene Infrastruktur und das System
„Öffentlicher Verkehr“ aktiv weiterzuentwickeln – zum Wohle aller Burgenländer!

Die trockenen Fakten

Der Übersicht halber soll an dieser Stelle nur die ÖBB-Bahnverbindung Wien-Pinggau Markt mit der G1-Busverbindung Wien-Pinggau P&R für einen Erwachsenen (kein Student, Senior etc.) verglichen werden[1].

Für Einfachfahrten ergeben sich aktuell folgende Preise:

  • Bus: € 19,20
  • Bahn mit Vorteilscard: € 9,90

–> Wer regulär mit dem Bus statt mit der Bahn fahren muss, zahlt fast 94% drauf!

 

 

Schon derzeit ist es jedoch möglich, im Bus eine „Mehrfahrtenkarte“ zu erwerben. Zum Preis von 5 Fahrten, also € 96, können damit 6 Fahrten in Anspruch genommen werden. Diese Fahrten müssen bis zur nächsten Fahrpreiserhöhung – z.B. in einem Jahr – konsumiert werden, ansonsten verfallen sie. Damit ergibt sich ein Einzelfahrpreis von € 16. Das sind 17% weniger als beim klassischen Bus-Einzelfahrschein.

–> Damit ist der Bus aber immer noch über 60% teurer als die Bahn!

 

 

„vom Land initiiert“? Mit der nunmehr von LH Niessl präsentierten „Neuerung“ ab Februar wird die bestehende Regelung zum Mehrfachticket nur geringfügig abgeändert: Zum Preis von 7 Fahrten können dann 10 Fahrten in Anspruch genommen werden – verbunden übrigens mit dem Nachteil, dass verfällt, was nicht innerhalb von drei Monaten verbraucht werden kann.

Schafft man es im optimalen Fall, alle Fahrten auszunutzen, ergibt sich ein Preis von € 13,44 pro Fahrt.

–> Damit ist der Bus aber immer noch um mehr als ein Drittel teurer als die Bahn.

[1] Gerne hätten wir einen direkten Vergleich der Zugverbindung mit dem Bus Oberwart-Wien angestellt. Doch statt das Zukunftsverkehrsmittel Bahn attraktiv aufzustellen hat die Landesregierung sie ja bekanntermaßen fallen gelassen…

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